'Mir scheint' sagte Priscilla .... 'dass die sogenannten glücklichen Menschen die banalen sind. Sie gehen der Realität aus dem Weg und denken nie über etwas Wichtiges nach.' D. antwortet:
'Die Realität ist subjektiv, und es gibt eine wenig weise Neigung in unsrer Gesellschaft, nur die Dinge als 'wichtig' zu betrachten, die nüchtern und ernst sind. Freilich und dennoch haben Sie recht Ihren Fröhlich-Dummen, nur dass sie weniger glücklich als vielmehr gehirnamputiert sind. Aber Ihre Schwermütig-Klugen sind genauso lächerlich. Wenn man unglücklich ist, fängt man an, sich selbst eine Menge Aufmerksamkeit zu schenken. Und man fängt an, sich ach so furchtbar ernst zu nehmen. Die wirklich glücklichen Leute, das heisst, die Leute, die sich hwirklich mögen, die denken nicht allzuviel über sich nach. Der unglückliche Mensch verschmäht verschmäht es, wenn man versucht, ihn aufzuheitern, weil es bedeutet, dass er aufhören muss, über sich selbst nachzugrübeln, und statt dessen anfangen muss, dem Universum eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken. Unglück ist die höchste Form des Sichgehenlassens.'

aus Tom Robbins: 'Pan Aroma', S. 171